Prof. Rudolf Zeman (1918-1999)

 

zeman

Kapellmeister der Militärmusik des Militärkommandos Oberösterreich bzw. der Militärmusik beim Feldjägerbataillon 13 bzw. der 4.Brigade von 02.12.1957 bis 30.06.1979 und Musikreferent beim Armeekommando bzw. beim BMfLV Sektion III von 01.01.1976 bis 30.06. 1979.

Rudolf Zeman wurde am 31.07.1918 in Wien geboren. Nach Absolvierung der Pflichtschule besuchte er die Lehrerbildungsanstalt in Wiener Neustadt. 1936 trat er als Flötist in die dort stationierte Musik des Infanterieregiments Nr. 1 (Kapellmeister Andreas Hofer) ein. Zwei Jahre später wechselte Zeman als Musiker zur Schutzpolizei nach Leipzig/ Deutschland, wo er ein Musikstudium an der dortigen Musikhochschule im Hauptfach Posaune begann. 1944 legte er am Konservatorium der Reichshauptstadt Berlin die musikalische Fachprüfung zum Musikmeister der Ordnungspolizei mit Erfolg ab. Zeman geriet 1945 in russische Kriegsgefangenschaft, aus der er 1947 entlassen wurde.

Er wollte auch im neuen Österreich seinem Beruf als Polizeimusiker treu bleiben und bewarb sich bei allen in Frage kommenden Stellen. Eine positive Rückmeldung kam von der Polizeidirektion Linz, wo er als Rayonsinspektor eingestellt und mit der Leitung der Linzer Polizeimusik betraut wurde.

Diese Kapelle kam damals in Ermangelung einer Militärmusikkapelle auch bei offiziellen Anlässen zum Einsatz. Zeman hatte als Kapellmeister der Polizeimusik große Erfolge und war im oberösterreichischen Musikleben fest verankert. Als er sich bei der Errichtung des Bundesheeres um die Leitung der neu aufzustellenden Militärkapelle für Oberösterreich bewarb, wurde er mit 02.12.1957 in den Personalstand des Bundesheeres überstellt.

Zeman war der jüngste unter den damals amtierenden Militärkapellmeistern und auch derjenige, der dem traditionellen k.u.k. Repertoire am wenigsten verpflichtet war. Er nahm von Anfang an verstärkt Originalkompositionen für Blasmusik in seine Konzertprogramme auf und befasste sich auch mit dem Schaffen der zeitgenössischen Musik im Hinblick auf eine Annäherung an die Blasmusik. Beispielhaft dafür war sein Kontakt zum Komponisten Franz Kinzl.

Zeman war immer ein Verfechter der engen Zusammenarbeit zwischen ziviler und militärischer Blasmusik. Er bekleidete auch wichtige Funktionen im zivilen Blasmusikwesen und verstand die unter seiner Leitung stehende Militärmusik als Vorbild und Orientierungshilfe für die zivilen Blasorchester im Land.

Als Nachfolger von Leopold Ertl wurde Zeman 1976 als Musikreferent ins Armeekommando berufen. Seine diesbezügliche Aktivität betraf in erster Linie die Bemühungen um eine Erhöhung des Budgets der Militärmusiken und die Anhebung der Zahl der C-Posten in den Kapellen. Schon 1973 war ihm in Würdigung seiner Verdienste der Titel "Professor" verliehen worden.

1979 trat Rudolf Zeman in den dauernden Ruhestand. Er beschäftigte sich nach wie vor intensiv mit Fragen des Blasmusikwesens. Als Bundeskapellmeister des ÖBV war er eine wichtige Persönlichkeit der modernen österreichischen Blasmusikszene.

Prof. Rudolf Zeman starb am 25.02.1999 in Vöcklabruck.

 


Die Biographie entstammen dem Buch „Die österreichische Militärmusik in der II. Republik 1955-2000“

 

   
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