Prof. Siegfried Somma (1910-1994)

 

somma

Kapellmeister der Militärmusik des Militärkommandos Tirol bzw. der Militärmusik beim Jägerbataillon 22 bzw. der 6. Gebirgsbrigade von 01.08.1957 bis 31.08.1971.

Siegfried Somma, geboren am 23.10.1910 in Villach, nahm bereits mit acht Jahren ersten Musikunterricht (Violine). Mit 14 Jahren war er bereits Geiger in einem Amateurorchester und gründete bald danach auch ein eigenes Unterhaltungsorchester, daneben erlernte er den Beruf eines Kaufmannes. Weitere musikalische Ausbildung erhielt er am Mozarteum in Salzburg von 1929 bis 1936. Er schloss diese Ausbildung mit der Reifeprüfung im Hauptfach Violoncello und Dirigieren ab.

Da er sich für die Laufbahn eines Militärkapellmeisters interessierte, rückte er 1936 zum Salzburger Infanterieregiment 12, zur Militärmusik ein.

1939 wurde er zum dreijährigen Musikmeisterlehrgang der deutschen Wehrmacht nach Berlin abkommandiert, den Somma vorzeitig 1941 mit Vorzug absolvierte. Anschließend übernahm er das Musikkorps des Ulmer Pionierbataillons 5. Mit dieser Truppe machte er die Balkan- und Rußlandfeldzüge mit, gegen Kriegsende geriet er in amerikanische Kriegsgefangenschaft und wurde in ein Lager nach Salzburg gebracht.

Somma war nach dem Krieg maßgeblich am Wiederaufbau des Mozarteumorchesters beteiligt, wo er als Solocellist und Orchestervorstand tätig war. Der Kontakt zu Leo Ertl brachte auch eine erneute Verbindung zur Militärmusik mit sich. Somma trat mit 26.07.1957 in den Dienst des Bundesheeres, wurde nach Innsbruck zum Jägerbataillon 22 versetzt und mit der Aufstellung der Militärmusik Tirol betraut.

Ihm und seinen Tiroler Musikern wurde auch die besondere Auszeichnung zuteil, als erste österreichische Militärmusik ein Auslandsgastspiel in der Schweiz zu absolvieren. Auch die olympischen Winterspiele in Seefeld waren wichtige Auftritte der Tiroler Militärmusik unter der Leitung des beliebten Dirigenten Somma.

Nach 14-jähriger höchst erfolgreicher Tätigkeit wurde ihm der Berufstitel Professor zuerkannt. Er trat 1971 in den Ruhestand, blieb aber weiterhin im Rahmen des Tiroler Blasmusikverbandes aktiv; so leitete er die Rettenberger Musikkapelle Swarovsky Wattens (19691984), die Bundesmusikkapelle Zell/Ziller (seit 1964) und war 1971 Mitbegründer der "Original Tiroler Kaiserjägermusik", die er im Inund Ausland zu höchstem Ansehen führte. Siegfried Somma trat auch als Komponist und Arrangeur hervor (Beispiele dafür sind der Edelweiß-Marsch, die Festspielfanfare oder die Blasmusikbearbeitung des militärischen Tongemäldes "Der Traum eines österreichischen Reservisten" v. C. M. Ziehrer.

Militärkapellmeister Siegfried Somma verstarb am 10.11.1994 in Innsbruck.

 


Die Biographie entstammen dem Buch „Die österreichische Militärmusik in der II. Republik 1955-2000“

 

   
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