Prof. Alois Krall (1903-1974)

 

krall

Kapellmeister der Militärmusik des Militärkommandos Steiermark bzw. der Militärmusik beim Feldjägerbataillon 17 bzw. der 5. Gebirgsbrigade von 18.09.1957 bis 31.12.1968.

Alois Krall entstammte einer Offiziersfamilie. Daher war es auch selbstverständlich, dass der am 12.04.1903 in Graz Geborene nach Absolvierung der Pflichtschule in die Infanteriekadettenschule Graz-Liebenau eintrat. Mit dem Zusammenbruch der Monarchie war der Traum vom Offiziersberuf beendet. Krall erlernte zunächst das Gärtnerhandwerk, besuchte dann die landwirtschaftliche Mittelschule "Francisco - Josephinum" und schloss diese Ausbildung mit der Reifeprüfung 1926 ab.

Noch im selben Jahr verband er sein Steckenpferd Musik (eine diesbezüglich Ausbildung hatte er schon in jungen Jahren in Graz erfahren) mit dem Soldatenberuf und rückte zur Militärmusik des Alpenjägerregiments Nr.7 in Linz (unter Kapellmeister Damberger) ein. 1929 wurde er zur Musik des Infanterieregiments Nr.5 nach Wien versetzt.

Hier studierte er an der damaligen Musikakademie bei den Professoren Steiner und Morawec ( Viola) sowie Joseph Marx und Viktor Keldorfer (Musiktheorie).

Bei der Militärmusik der "Fünfer" fungierte er als Musikmeister, als Bratschist trat er auch mit verschiedenen Kammermusikensembles auf.

1933 absolvierte er die Militärkapellmeisterprüfung, worauf er 1936 als Vertragskapellmeister nach Villach zur Musik des Alpenjägerbataillons Nr.2 berufen wurde.

In der Deutschen Wehrmacht wurde er zum Musikmeister der Musikkapelle des Gebirgsjägerregiments 139 in Klagenfurt ernannt, das im Krieg hauptsächlich im hohen Norden Norwegens eingesetzt war. Dort absolvierte er auch ausgedehnte Konzertreisen, die ihn bis nach Finnland führten. Den ihm dafür verliehenen Orden "Ritterkreuz mit Schwertern des finnischen Löwenordens" durfte er offiziell - ein höchst seltener Fall - auch noch nach 1945 tragen. Stabsmusikmeister Krall kehrte nach kurzer Kriegsgefangenschaft nach Kärnten zurück, wo er im zivilen Musikleben interessante Positionen bekleidete (u.a.war er mit Aufbau und Leitung der Villacher Zweigstelle des Landeskonservatoriums betraut). Daneben leitete er die Eisenbahnermusik Villach, mit der er auch Konzertreisen unternahm und oft im Rundfunk zu hören war.

Bei der Wiedererrichtung der Militärmusiken war Krall zunächst für Oberösterreich vorgesehen, der plötzliche Tod Alfred Janauscheks brachte aber eine Vakanz in Graz mit sich. Krall kam so in die Steiermark zurück, während für Oberösterreich Rudolf Zeman berufen wurde.

Die erfolgreiche und noch heute in Musikerkreisen legendäre Tätigkeit Kralls in der Steiermark erkennt man unter anderem daran, dass nicht weniger als vier Militärkapellmeister von ihm ausgebildet und mitgeprägt wurden. Krall legte auch großen Wert auf ein kleines Streicherensemble, in dem er selbst als Stehgeiger mitwirkte. Seine Leistungen wurden 1966 mit der Verleihung des Titels "Professor" offiziell gewürdigt. Krall schied mit 31.12.1968 aus dem aktiven Dienst und verstarb am 20.04.1974 in Villach.

 


Die Biographie entstammen dem Buch „Die österreichische Militärmusik in der II. Republik 1955-2000“

 

   
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