Prof. Josef Kotay (1909-1980)

 

kotay

Kapellmeister der Militärmusik des Militärkommandos Burgenland bzw. der Militärmusik beim Feldjägerbataillon 1 bzw. der 1. Brigade von 01.09.1957 bis 30.06.1971.

Josef Kotay wurde am 13.08.1909 in Neufeld, Bezirk Eisenstadt (damals noch Kismarton) geboren. Schon während der Schulzeit wurde er auf der Violine unterwiesen.

Seine erste Anstellung bekam Kotay in der Hanf-Jute-Fabrik Neufeld, wo er auch im Betriebsorchester als vielseitig einsetzbarer Musiker Verwendung fand (er spielte neben der Violine noch Violoncello, Bratsche und Schlagzeug). Ein derartig vielseitiger Musiker war natürlich auch für die Militärmusik ein großer Gewinn, und so rückte Kotay 1929 zur Kapelle des damaligen selbstständigen burgenländischen Feldjägerbataillons Nr. 1 (später Infanterieregiment 13) ein. Die Musik wurde von Kapellmeister Pilles geleitet, der der letzte Tambourmajor des k.u.k. Traditionsregiments Nr. 76 (Kapellmeister Rosenkranz) gewesen war und die Tradition altösterreichischer Militärmusik in besonderem Maße pflegte.

Kotay hatte inzwischen noch Kontrabass und Posaune gelernt, sich auch musiktheoretisch weitergebildet und daneben noch eine Maturaschule besucht.

1938 wurde Kotay im Zuge der Überführung des Bundesheeres in die Deutsche Wehrmacht als Musiker zur Musikkapelle des Grenadier-Regiments 315 versetzt, wo er 1942 zum Stabsfeldwebel befördert und als Musikkorpsführer bis zu dessen Auflösung (1944) eingeteilt war.

Nach anschließender Frontverwendung und kurzer Gefangenschaft kehrte er heim und fand zunächst im Finanzamt Eisenstadt Beschäftigung, machte sich aber bald als Musiklehrer und Kapellmeister eines Tanz- und Unterhaltungsorchesters selbstständig. Ab 1949 leitete er die Musikschule in Neufeld und unterrichtete in Rust, wo er die Stadtkapelle dirigierte.

1952 trat er als Kapellmeister der Gendarmeriemusik in den Dienst des Landesgendarmeriekommandos Burgenland.

Mit Errichtung der Militärmusik beim Feldjägerbataillon 1 wurde er am 01.09.1957 in den Personalstand des Bundesheeres überstellt.

Kotay bestimmte die Entwicklung der Militärmusik Burgenland entscheidend mit. Im Laufe seiner langen Dienstzeit, die künstlerische Kontinuität garantierte, formte er die Kapelle zu einem Klangkörper von höchster Qualität. Dabei spielte die von Pilles übernommene Tradition eine große Rolle.

1961 legte Kotay als Externist an der Akademie für Musik und darstellende Kunst die Reifeprüfung im Fach Kapellmeisterschule ab, 1964 absolvierte er auch die Militärkapellmeisterprüfung um das Anstellungserfordernis zum Musikoffizier zu erfüllen.

Kotay hat selbst zahlreiche Kompositionen, hauptsächlich für Blasmusik, geschaffen, mit denen er die Entwicklung der Originalblasmusik in Österreich entscheidend beeinflusst hat. In seinen Kompositionen kommt auch der Einfluss der ungarischen und kroatischen Volksmusik zum Ausdruck.

1975 wurde Kotay in Würdigung seiner Verdienste mit dem Titel "Professor" ausgezeichnet, 1971 trat er in den wohlverdienten Ruhestand. Militärkapellmeister Prof. Josef Kotay verstarb am 25.06.1980 in Neufeld am See/Burgenland.

 


Die Biographie entstammen dem Buch „Die österreichische Militärmusik in der II. Republik 1955-2000“

 

   
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