Josef Franz Kohsich (1909-1992)

 

kohsich

Zweiter Kapellmeister der Militärmusik des Gardebataillons von 01.07.1963 bis 31.08. 1965 und Kapellmeister der Militärmusik des Militärkommandos Niederösterreich von 01.09.1965 bis 31.12.1970.

Josef Franz Kohsich wurde am 09.12.1909 in Wien geboren, wo er nach der Pflichtschulzeit an der Akademie für Musik und darstellende Kunst im Hauptfach Violine studierte. 0l .02.1929 rückte er zur Militärmusik des Wiener Infanterieregiments Nr. 2 ein. Er diente unter den Kapellmeistern Moritz von der Thann und Dr. Fanz Königshofen und nahm in der Streicherbesetzung bald den Rang des Konzertmeisters ein.

1938 wurde Kohsich nach Zeltweg versetzt, um nach einem Musikleiterlehrgang in Berlin-Gatow, den er mit Erfolg absolvierte, das Luftwaffenmusikkorps in Zeltweg aufzubauen. Dieses Luftwaffenmusikkorps stand bis zur Auflösung 1942 unter seiner Leitung. Kohsich wurde danach an die Font abkommandiert, wo er 1944 in russische Kriegsgefangenschaft geriet.

Nach zweieinhalb Jahren kehrte er nach Österreich zurück und fand zunächst in verschiedenen Betrieben der Obersteiermark und des Burgenlands Beschäftigung als Buchhalter.

Nach der Neuaufstellung des Bundesheeres sprach Kohsich um Anstellung vor und wurde schließlich 1956 als Vertragsbediensteter in Unteroffiziersfunktion eingestellt, und zwar als stellvertretender Kapellmeister und rechte Hand Gustav Gaiggs.

Die Probleme bei der Aufstellung der Militärmusik beim Jägerbataillon 23 in Bregenz - der vorgesehene Kapellmeister Obiltschnig hatte abgesagt - stellten Kohsich 1958 vor eine neue Aufgabe: Er wurde nach Bregenz versetzt und als provisorischer Kapellmeister mit der Leitung der aufzustellenden Militärmusik beauftragt. Kohsich konnte hier schnell eine Konsolidierung erreichen, sodass er nach nur einem Jahr eine spielfähige und bei der Bevölkerung beliebte Kapelle an seinen Nachfolger Reiter übergeben konnte. Nach Wien zurückgekehrt, legte Kohsich 1960 als Externist an der Akademie für Musik und darstellende Kunst in Wien die Reifeprüfung im Hauptfach Kapellmeisterschule ab.

1963 wurde er zum z. Militärkapellmeister der Gardemusik ernannt. Das letzte Anstellungserfordernis erbrachte er ein Jahr später mit der erfolgreich abgelegten Militärkapellmeisterprüfung

Als Nachfolger von Militärkapellmeister Görrlich übernahm Kohsich mit 01.09.1965 die Militärmusik Niederösterreich. Mit 31.12.1970 trat Militärkapellmeister Kohsich in den dauernden Ruhestand, er verstarb am 27.04.1992 in Steinbrunn im Burgenland.

 


Die Biographie entstammen dem Buch „Die österreichische Militärmusik in der II. Republik 1955-2000“

 

   
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