Prof. Dr. Friedrich Hodick (1906-1987)

 

hodick

Musikreferent im BMfLV von 01.01.1957 bis 31.12.1971 und Kapellmeister der Militärmusik des Gardebataillons von 01.07.1960 bis 31.12.1971.

Friedrich Hodick wurde am 22.01.1906 in Wien geboren. Bereits mit acht Jahren spielte er Klavier und auch nach Ablegung der Matura im Jahr 1925 stand für ihn fest, dass er Musiker werden wollte.

Er studierte an der Musikakademie im Hauptfach Horn (bei Prof. Stiegler) und schloss 1931 mit Diplom ab. Ein zweites Standbein schuf sich Hodick mit dem Studium der Musikwissenschaft an der Universität Wien und der Ablegung der Militärkapellmeisterprüfung 1933. Hodick war bereits 1931 zur Musik des Wiener Infanterieregiments Nr. 3 (unter Gustav Gaigg) als Hornist eingerückt.

Als Vertragskapellmeister kam Hodick am 01.02.1935 nach Hall in Tirol, wo er mit dem Aufbau der Musik des Tiroler Landesschützenregiments beauftragt wurde. Daneben schloss er an der Universität Innsbruck das in Wien begonnene Studium der Musikwissenschaft mit dem Doktorat ab.

1938 von der Wehrmacht als Musikmeister übernommen, wurde er zur Musik des Infanterieregiments 75 nach Freiburg im Breisgau versetzt. Im Winter 1942 intervenierten die Wiener Philharmoniker über Wilhelm Furtwängler bezüglich einer Versetzung Dr. Hodicks als Militärkapellmeister nach Wien, weil sie in diesem Fall damit rechnen konnten, dass jene Philharmoniker, die zur Militärmusik nach Wien eingezogen würden, von Hodick jederzeit für philharmonische Konzerte freigestellt würden. Dr. Hodick wurde auch tatsächlich versetzt - aber nicht nach Wien, sondern als Leiter der Heeresmusikschule nach Bückeburg, wo er bis zur deren Auflösung 1944 blieb.

Nach einer Frontverwendung und kurzer Kriegsgefangenschaft wurde er mit Beginn der Spielzeit 1945 ständiger Substitut des Wiener Staatsopernorchesters und übernahm mit 01.11.1946 die Leitung einer Musikschule in Wien, die er bis 15.02.1957 innehatte.

Seit Jahresbeginn 1957 machte sich das junge Bundesheer die Erfahrung und das Wissen Dr. Hodicks zunutze. In der Dienstverwendung eines Referenten in der Präsidialabteilung des Bundesministeriums bearbeitete er die Angelegenheiten der Militärmusik und übernahm zusätzlich mit 01.07.1960 die Leitung der Gardemusik (nach Gustav Gaigg).

Als Musikreferent gestaltete Dr. Hodick die Anfangsphase der österreichischen Militärmusik in der Zweiten Republik wesentlich mit. Besonderes Augenmerk galt der Ausbildung der Militärkapellmeister, deren Stellung innerhalb des Heeres unter seiner Ägide wesentlich verbessert wurde. Auch die Durchsetzung einer relativ großen Zahl von Unteroffiziersposten für die Musiken ist sein Verdienst.

Als Komponist und Bearbeiter hat Dr. Hodick ebenfalls entscheidende Beiträge geleistet, so wird etwa sein "Präsentiermarsch" bei jedem Abschreiten der Front intoniert. Besonders die Zusammenstellung des "Großen Österreichischen Zapfenstreichs" als feierliche Repräsentationsmusik des Bundesheeres war eine bedeutende Leistung Dr. Hodicks. Seine Verdienste wurden durch die Verleihung des Professorentitels gewürdigt.

Am 31.12.1971 trat Dr. Hodick in den wohlverdienten Ruhestand, er verstarb am 18.03.1987 in Wien.

 


Die Biographie entstammen dem Buch „Die österreichische Militärmusik in der II. Republik 1955-2000“

 

   
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