Prof. Mag. Rudolf Bodingbauer (geb. 1937)

 

bodingbauer

Zweiter Kapellmeister der Militärmusik des Gardebataillons von 01.02.1968 bis 31.12. 1968 und Kapellmeister der Militärmusik des Militärkommandos Steiermark von 01.01.1969 bis 28.02.1995.

Rudolf Bodingbauer kam am 14.01.1937 in Zell bei Zellhof im Mühlviertel als Spross einer angesehenen Musikerfamilie zur Welt. Schon sein Großvater und Vater waren als Organisten und Ortskapellmeister tätig gewesen. Bereits als Kind erhielt er Violinunterricht, erlernte später die Klarinette und spielte in der Ortsmusik sowie in einem kleinen Unterhaltungsmusikensemble.

Als Angehöriger des ersten wehrpflichtigen Jahrgangs wurde er am 15.10.1956 nach Landeck eingezogen, wo er bis zur Absolvierung des Chargenkurses in Innsbruck als Kompanietrompeter täglich die Tagwache und den Zapfenstreich zu blasen hatte.

Bodingbauer meldete sich anschließend zur Militärmusik nach Salzburg und studierte dort Klarinette am Mozarteum, anfangs auch Bratsche. Er beendete das Studium 1963 in der kürzestmöglichen Zeit mit Auszeichnung.

Neben dem Dienst bei der Militärmusik war er ständiger Substitut des Mozarteumorchesters (Klarinette, Saxophon) und Lehrer für Klarinette an der Salzburger Volksmusikschule. Außerdem leitete er als Kapellmeister die Trachtenkapelle Siezenheim.

Anschließend besuchte er die Meisterklassen am Mozarteum in den Fächern Klarinette und Komposition und legte 1964 gemeinsam mit Kotay, Mantsch, Kohsich und Sollfelner die Militärkapellmeisterprüfung ab.

Bereits 1960 wurde er als Leiter der Big Band der Militärmusik Salzburg eingeteilt, mit der er mit großem Erfolg auch im Ausland auftrat. 1964 übernahm er die Agenden des Musikmeisters. Im Jahr 1968 wurde er neben Dr. Hodick zum zweiten Kapellmeister der Militärmusik des Gardebataillons Wien berufen, bevor er als Nachfolger des Kapellmeisters Alois Krall die Militärmusik Steiermark übernahm. Die Steiermark wurde seine zweite Heimat, in der er in mehreren Funktionen auch im zivilen Musikleben eine Rolle spielte. Von 1972 bis 1997 war er Landeskapellmeister, freier Mitarbeiter im Landesstudio Steiermark des ORF und Lehrbeauftragter an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Graz.

Die Militärmusik erlebte unter seiner Leitung einen Aufschwung, sie absolvierte zahlreiche erfolgreiche Auslandsgastspiele z. B. inUngarn, der Schweiz und in Jugoslawien. Neben der traditionellen Besetzung verfügte die Militärmusik Steiermark auch über eine Big Band, eine "Egerländer-Besetzung", ein "Oberkrainer-Ensemble" und pflegte neben Kammer- und Kirchenmusik auch den Chorgesang.

1985 absolvierte er mit Erfolg ein Ergänzungsstudium zum "Magister artium".

In Würdigung seiner Verdienste um das Blasmusikwesen in der Steiermark wurde ihm 1992 der Titel "Professor" verliehen.

Am 28.02.1995 trat Rudolf Bodingbauer in den wohlverdienten Ruhestand.

 


Die Biographie entstammen dem Buch „Die österreichische Militärmusik in der II. Republik 1955-2000“

   
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